SPRECHÜBUNGEN


Themenwahl und Art der Sprechübung

In der Themenwahl sind Euch natürlich keine Grenzen gesetzt. Im Folgenden findet ihr erst einige

Anregungen zu Diskussionsthemen und zur abwechslungsreicheren Gestaltung von Diskussionen,

Reden, Vorträgen etc. und dann Möglichkeiten zur Durchführung von Rollenspielen.

Inhaltliche Diskussion zum Thema Stottern - Themenvorschläge:

1. Beziehungen und das Stottern

2. Stottern und die eigene Identität

3. Das Stottern im Laufe meines Lebens

4. SHG vs. Therapie – „Wie ergänzen sie sich?"

5. Der Stellenwert des Stotterns

6. „Welche Arten von Stottern gibt es eigentlich?“

7. „Welche Therapien habt ihr schon gemacht?“

8. Stottern – „Der GROSSE Unterschied?!“

9. Rückschläge – „Wie gehe ich damit um?“

10. Erfolgsmomente und Niederschläge

11. Was ist positiv an meinem Stottern?

12. Stottern als Kind

13. Stottern und die Schule

14. Stottern und Beruf

15. Tipps und Tricks – „Was hilft mir persönlich?“

16. “Advertising”: Hilft es, sich fremden Personen gegenüber als Stotterer gleich zu “outen”?

       Wenn ja, wie und in welchen Situationen?

17. Online-Dating: Sollte man gleich offen sagen, dass man stottert? Wenn ja, im Profil, bei

schriftlichem Austausch, beim ersten Date?

 

Sprecharten und Formate:

 

1. Freies Sprechen

o Stichwort-Runde (A. gibt ein Stichwort vor, das in dem Satz von B. vorkommen muss usw.)

o Aus drei aufgedeckten oder von anderen Teilnehmern reingerufenen Wörtern drei

   zusammenhängende Sätze bilden.

o “Heißer Stuhl” - ein freiwilliger Teilnehmer setzt sich vor die Gruppe und beantwortet

    spontan gestellte Fragen.

o Widergabe eines Textes, der einem gerade von einem anderen Teilnehmer vorgelesen

    wurde.

2. Pro- und Contra-Diskussion

Die Gruppe einigt sich sich vorab auf ein (gern auch kontroverses) Thema (eine Liste mit

Vorschlägen findet ihr im Anhang). Derjenige, der an der Reihe ist, beginnt (unabhängig von

seiner persönlichen Meinung) Pro-Argumente für das jeweilige Thema zu nennen. Ein

Zuhörer aus der Gruppe zeigt währenddessen per Daumen an, dass der Sprechende nun

argumentativ auf die Contra-Seite (Daumen runter) wechseln soll oder wieder auf die Pro-

Seite (Daumen hoch). Je schneller die Wechsel erfolgen, desto größer die Herausforderung.

Wer es besonders schwierig mag, kann in Abstimmung mit dem Sprechenden auch

vereinbaren, den Daumen während eines Satzes zu drehen.

3. Amerikanische Debatte

1. Zu einem kontroversen Thema (Liste mit Vorschlägen findet ihr im Anhang) werden

nacheinander Pro- und Contra-Rollen der Reihe nach an die Teilnehmenden verteilt.

2. Die Debatte beginnt mit dem ersten Pro-Argument.

3. Der folgende Teilnehmende formuliert ein Contra-Argument in Bezug auf die vorherige

Aussage.

4. Kurzvorträge üben

o Karten mit Sprüchen/ Werbung/ lustigen Bildern oder Stichwörter der anderen auf Zuruf als

Anlass nehmen, um für drei Minuten einen spontanen Vortrag zu halten (ohne

Vorbereitung).

o Rede/Vortrag zu einem besonderen Anlass:

Natürlich können hier auch Teilnehmer, die sich auf eine Rede in der Schule/Uni oder auf

der Arbeit vorbereiten müssen, diese im Rahmen des Gruppenabends üben.

 

Um kurze fiktive Vorträge oder Festreden zu üben, könnt ihr Euch aus der folgenden Liste

Inspiration holen oder gleich einen Anlass aussuchen:

Lobrede auf einen Anwesenden

Ein Gedicht zum Geburtstag/Hochzeitstag etc.

Als Gastgeber eine Rede halten

Rede des Brautvaters bei einer Hochzeitsfeier

Werbung zur Mitgliedschaft in einem Verein

Bekanntgabe von Gewinnern (z.B. einer Lotterie oder eines Gewinnspiels)

Begrüßung eines neuen Mitarbeiters

Gründungsrede einer Bürgerinitiative

Inaugurationsrede als Schulsprecher oder Neu-Gewählter eines anderen offiziellen Amtes

Vortrag beim Heimatverein (gerne in Dialekt)

Vortrag in einer Fremdsprache

Wissenschaftlicher Vortrag an der Uni

Rechtfertigung als Vorsitzender eines Vereins/Unternehmensvorstandes in Krisenzeiten

Vorbringen von Anregngen und Kritik in einer Personalversammlung/

Schülerversammlung o.Ä.

5. Rollenspiele

Alltagssituationen:

Einkaufen an der Ladentheke, Bestellen im Restaurant, Bewerbungsgespräch,

Konfliktgespräch mit Vorgesetztem, Handeln im Geschäft, Streit mit Freund/in, Date

 

Sprechübung Konfrontation/Streit:

Diese Sprechübung dient dazu, auch in hitzigen Gesprächssituationen bzw. im Streit, die

Bewahrung der Sprechruhe zu üben bzw. in Sprechtechnik und Konzentration zu bleiben.

 

Beispiele:

Passagier A mit reserviertem Sitzplatz im Zug steht auf, geht aufs Klo und als er wieder

kommt, ist sein Platz durch Passagier B besetzt. Dieser weigert sich, aufzustehen und es

kommt zur Diskussion/zum Streit.

 

Ein Käufer will eine Hose im Laden umtauschen, aber der Verkäufer weigert sich, da

entweder der Kassenzettel fehlt, das Etikett abgetrennt wurde, die Umtauschfrist

verstrichen ist, etc.

 

Zwei Autofahrer streiten sich um eine Parklücke in einem überfüllten Gebiet. Es kommt

zur Diskussion, wer Anrecht auf den Parkplatz hat.

 

Auf einer Homeparty erscheinen ungebetene Gäste: Der Gastgeber will sie loswerden,

aber sie weigern sich zu gehen.

 

In einer Schlange an der Supermarktkasse drängelt sich eine Gruppe von Jungs/Mädels

vor. Der Wartende stellt sie zur Rede.

 

Der Chef kommt kurz vor Feierabend noch mit einem zusätzlichen Berg an Arbeit an.

Das will sich der Angestellte nicht (mehr) bieten lassen.

 

Das Essen im Restaurant ist kalt/schlecht/zu wenig und der Gast reklamiert beim Ober.

 

Im Kino rascheln/tuscheln Zuschauer in der Reihe davor und werden vom Paar hinter

ihnen ermahnt, ruhig zu sein, was diese nicht hinnehmen wollen.

 

In der Büroküche spricht ein Kollege einen anderen auf ein seiner Meinung nach nicht zu

tolerierendes Verhalten an. Der Angesprochene gibt sich uneinsichtig.

 

Auf einem Flowmarkt will der potentielle Käufer den Preis für eine Ware runterhandeln.

Der Verkäufer zeigt sich hart.

 

6. „Reporter spielen“

Die Gruppe sucht sich ein Umfeld/Ereignis aus, von dem ein Reporter berichten soll und

verteilt die Rollen innerhalb der Gruppe. Ein Teilnehmer ist der Reporter, andere sind je

nach Thema der Reportage Augenzeugen, Beteiligte, Verdächtige, Augenzeugen, Teilnehmer,

Experten am Event etc.

Der Reporter moderiert den Beitrag an und nach und nach können Interviews mit den von

den anderen Gruppenteilnehmern gespielten Personen erfolgen etc.

 

Beispielthemen sind Berichte über ein(e):

Sportereignis

Naturkatastrophe

politische Entscheidung

Modenschau

Celebreties

technische Innovationen

Messe

besonderes Restaurant

Verbrechen

 

7. Begegnung mit einem “Hektiker”

Die Gruppe teilt sich in Pärchen auf. Einer der beiden imitiert jeweils eine in ihrer Gestik

und Verhaltensweise sehr hektische und ungeduldige Person und versucht so, den

Gesprächspartner aus der Ruhe zu bringen. Je nach Absprache, kann der “Hektiker” den

Gegenüber auch unterbrechen oder mit starken mimischen und/oder gestischen Ausdrücken

verunsichern, den Blickkontakt vermeiden, sich abwenden, zwischendurch ans Handy gehen

oder WhatsApps schreiben etc. Ziel ist es, dass der gegenüber übt, trotzdem ruhig und

bestimmt sein Anliegen vorzubringen und sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.

Die Themen können natürlich frei gewählt werden und nach einer Weile tauschen die Rollen.

Erweiterungsmöglichkeiten für alle Sprechübungen:

 

Festlegung der Sprechart eines jeden Teilnehmers

Auf vorbereiteten Karten werden verschiedene Arten zu sprechen notiert (z.B. mit Pausen -

extra betont - extra weich - extra langsam - mit Pull-Outs - in Fluency Shaping - mit

Pseudostottern - mit/ ohne Blickkontakt etc.). Der Vortragende sucht sich zu Beginn drei

Karten aus und legt sie mit etwas Abstand vor sich hin. Während seines Vortrags wechselt

er zwischen den Karten und passt seine Sprechweise entsprechend an. Bei einer Diskussion

kann jeder Teilnehmende drei Karten vor sich hinlegen und dann während seiner

Sprachbeiträge immer die Karte nach oben schieben, nach der er sich gerade

sprechtechnisch richtet.

 

Zwischenfragen

Eine weitere Möglichkeit, die Herausforderung für den Sprechenden während eines Vortrags

oder einer Diskussion zu erhöhen, ist Zwischenfragen zuzulassen. Legt vorher ein paar

Verhaltensregeln fest, wie zum Beispiel: Wer als Zuhörer eine Frage hat,

a. hebt die Hand und wartet auf ein Zeichen des Sprechenden

b. oder ruft einfach rein.

 

Fremdsprache

Durchführen der Sprechübungen/ Diskussionen in einer Fremdsprache, die alle Teilnehmer

beherrschen (z.B. Englisch). Es können natürlich auch Kleingruppen gebildet werden und

 

einige sprechen weiter Deutsch, während andere die Fremdsprache untereinander üben.

 

WEITERE MÖGLICHKEITEN:

● Video-Abend mit anschließender Diskussion

 

 

● Bücherbesprechung